• BennyInc@feddit.org
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    2 days ago

    Spannend.

    Danach scheidet ein immaterieller Schaden aus, wenn eine Person einen DSGVO-Verstoß bewusst, automatisiert und in wiederholtem Maße selbst herbeiführt, um hieraus Kapital zu schlagen. Wer systematisch das Internet scanne, um künstlich Datenübertragungen zu provozieren und Abmahnungen auszusprechen, erleide weder einen echten Kontrollverlust über seine Daten noch begründete Zukunftsängste vor einem Missbrauch. Die eigenen Daten seien schließlich exakt so verwendet worden, wie es der Betroffene absichtlich arrangiert habe.

    Kann ich so nachvollziehen und ist logisch. Die Frage ist aber, was der Sinn des Gesetzes ist, wenn es nicht systematisch geprüft und geahndet werden kann? Hinkender Auto-Vergleich: sind Blitzer illegal, weil es da nicht um einen echten passierten Unfall geht, sondern um systematisches Abkassieren?

    Die Google Fonts Thematik hat zwar einiges an Arbeit in unserer Company verursacht, und viele haben sich darüber lustig gemacht währen sie die Fonts ersetzt haben, aber immerhin hat es eine Veränderung bewirkt die für Otto Normaluser bedeutet, dass Google ihn weniger profilen kann.

    • KatherinaReichelt@feddit.org
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      18 hours ago

      Das ist irgendwie so ein Genre, was umfangreich kaputt ist und dieses ganze Abmahnwesen ist mein Test für eine sinnvolle Digitalpolitik jenseits von schönen Sonntagsreden. Diese Abmahnbanden sind halt echt miese Gestalten: Sie nutzen dann gerne völlig obskure und schlecht gemachte Gesetze oder irgendwelche total bekloppten Urteile aus, um richtig Kasse zu machen. Das machen sie aber ganz bewusst nicht bei den großen Akteuren mit eigener Rechtsabteilung, sondern sie gehen auf die kleinen Akteure, die sich bei vier- oder fünfstelligen Anwaltskosten nicht richtig wehren können. Ist halt viel bequemer, wenn man die Webseite des Blumenladens in Recklinghausen abmahnt als die von BASF. Es ist auch viel angenehmer, wenn man den kleinen Modellbahnhändler wegen eines fehlenden Verweises auf die EU-Streitschlichtungsplattform in den AGBs abmahnen kann als sich mit Amazon anzulegen.

      Dazu kommen dann haufenweise richtig schlecht gemachte Gesetze, bei denen es dann auch für Webseitenbetreiber oder Onlinehändler null Rechtsklarheit gibt. Diese Google Fonts-Abmahnungen sind ein schönes Beispiel: Es sagt dir keiner eindeutig, ob die jetzt erlaubt sind oder nicht und was du tun musst.

      Der angerichtete Schaden ist immens: Es dürften zig zehntausende Menschen ihre Webseiten geschlossen haben, weil sie abgemahnt wurden. Diverse Händler dürften ihre Onlineaktivitäten gestoppt haben oder den eigenen Shop geschlossen. Das ist eine absolute Katastrophe und wäre total zu verhindern gewesen.

    • A_norny_mousse@piefed.social
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      2 days ago

      Die Google Fonts Thematik hat zwar einiges an Arbeit in unserer Company verursacht,

      Jetzt bin ich ehrlich interessiert: wieviel und was für Arbeit hat das Ersetzen durch lokal bereitgestellte Fonts (nehm ich jetzt mal an) verursacht?

      • GenosseFlosse@feddit.org
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        1 day ago

        Problem ist, das man einen Ersatz font finden muss der vom style her passt, nicht unnötig gross sit und auch deutsche Sonderzeichen unterstützt.

        Ich beschränke mich bei meinen eigenen Projekten auf die Default fonts die jeder Browser eingebaut hat, aber viele “designer” bekommen einen Nervenzusammenbruch wenn man ihre fonts einfach ändert.

        • A_norny_mousse@piefed.social
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          21 hours ago

          Ich steh auch mehr auf sans-serif - soll jeder seinen Browser so einstellen wie’s ihm gefällt. Die Standardschriftfonts sind von der Größe relativ gleich. Wem da das Webdesign auseinanderfällt sollte besser designen.

      • BennyInc@feddit.org
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        1 day ago

        Ich kann nur für mein Projekt sprechen, aber wir mussten das UI Framework das wir verwendet haben sehr zügig umkonfigurieren und dann diverse Compliance Dokumente bestätigen. Ansich kein riesiger Aufwand, aber über viele Projekte multipliziert sich das, zumal die Legal Abteilung da auch einiges an Overhead hatte für die gründliche Dokumentation. Unsere Syndikusanwälte nehmen sowas sehr ernst.

        • A_norny_mousse@piefed.social
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          21 hours ago

          Ach ja, die Frameworks…

          diverse Compliance Dokumente

          Weil man gewisse Daten eben nicht mehr an Dritte weitergibt?

          Legal Abteilung

          Weil die neuen Fonts andere Lizenzen haben?

          Unsere Syndikusanwälte nehmen sowas sehr ernst.

          Find ich auch richtig so.

          Und letztenendes muss man auch noch die passenden Ersatzfonts finden - obwohl das oft ja die Gleichen sind die Google bereitstellt.

          • BennyInc@feddit.org
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            19 hours ago

            Legal hat das Thema als „wichtig, da könnten wir verklagt werden“ identifiziert, und entsprechend eine Compliance Richtlinie dazu verfasst, die jedes Projekt schleunigst umzusetzen hat, und dann eben dokumentieren muss, dass es umgesetzt wurde.

            Das ganze betraf spannenderweise auch rein interne Projekte — selbst UIs die nur MitarbeiterInnen zu Gesicht bekommen müssen compliant sein.