• 0 Posts
  • 24 Comments
Joined 8 months ago
cake
Cake day: March 18th, 2026

help-circle

  • Warte immer noch auf Rückmeldung von meinem letzten Bewerbungsgespräch. Ich bin auch echt nicht gut in Bewerbungsgespräch-Situationen und ärgere mich danach immer, dass ich im Bewerbungsraum 90% meines Wissens vergesse.

    Nebenbei hat mir ein Dozent an der Uni einen temporären Lehrauftrag angeboten, an der Fakultät für Medienwissenschaften ein Seminar zu leiten, über philosophische Narrative im TV anhand von Star Trek: TNG. Wird sicher nicht so gut bezahlt wie meine ehemalige Informatiker-Arbeit, aber ich glaube, ich hätte mehr Spaß dran, Gen-Z’ler für Picard zu begeistern statt SUVs zu programmieren.




  • (und ich bin gerade auch nicht sicher, ob Programmierer oder Programme wirklich immer kreativ sein müssen.

    Nein, ganz sicher nicht immer. KI-Programmierung wird die Coding-Landschaft auch ganz sicher fundamental ändern bzw. hat es schon, das ist keine Frage.

    Gerade Computerspiele sind für mich aber ein spezifischer Bereich, mit denen ich meine Behauptung am liebsten stütze. Ich erinnere mich immer an einen ehemaligen Kommilitonen von mir; wenn ich ein “guter” Programmierer bin, war er ein absolut hochbegabter. Der stereotypische “10x Engineer”, wie man so sagt, an den ich niemals rankommen würde, da selbst wenn ich fehlerlos programmiert hätte, er in der Zeit schon zehnmal soviel Code produziert hat. Der wollte immer unbedingt ein Spiel mit mir programmieren und ich habe nie mitgemacht, weil all seine Spielideen für mich totlangweilig waren. Es war immer genau das, was gerade in der Marktanalyse ganz oben stand und davon dann noch ein Klon. Vielleicht wäre sowas was geworden, aber ich hatte daran einfach nie Interesse. Und KI ist einfach genau diese Denkweise, nur noch komplett zugekokster.

    Das spricht jetzt ein bisschen dagegen, was ich vorher sagte, dass das Programmieren-können mit Kreativität einhergeht; das tut es nicht unbedingt. Und nicht jeder Informatiker ist in allen Dingen gleich gut. Programmierarbeit kann allerdings nicht allein auf die Fähigkeit reduziert werden, die die KI am besten kann. Es gibt Programmierer, die so denken, und die werden auch am ehesten ersetzt werden. Alle anderen werden schauen, welche Fähigkeiten es noch drum herum gibt und sich durch diese vom Rest absetzen.



  • Manche Formulierungen über Mehrwert im Artikel sind komisch, aber ich finde, er trifft trotzdem einen wichtigen Punkt über die anderen Aspekte de Software-Entwicklung. Hot Take und nennt es Coping, aber ich glaube weiterhin, dass ich mit KI immer noch weitaus besser programmieren kann als jemand, der nicht vor KI programmieren gelernt hat, einfach weil ich eine gewisse Intuition über den Möglichkeitenraum des Programmierens habe. All diese KI-Projekte haben immer eine gähnende Leere im Kreativraum: Guck mal, mein Tetris-Klon, den ich in 6 Stunden gesloppt habe, guck mal ein PhotoShop-Klon, mein TODO-Listen-Klon. Das ist ja auch alles sehr beeindruckend, wie gut KI handwerklich programmieren kann, aber es wird halt immer wieder unterschätzt, wie viel Eigenleistung darin steckt, selbst ein Problem und, darauf aufbauend, einen sinnvollen Lösungsweg zu identifizieren. Zugegeben ist das in der wirtschaftlichen Software-Arbeit ohnehin nicht sehr vordergründig, weil das eh alles vom seelenlosen Management wegentschieden wird; wer aber wirklich etwas neues erfinden will, wird das nicht schaffen, indem er einfach drauf lossloppt, und ich glaube auch nicht, dass KI einem das abnehmen kann.






  • Linke Positionen finde ich jetzt nicht wirklich ein Kriterium für die Philosophen-Definition.

    Aber ja, die Frage kommt immer wieder auf. Schließlich hatte Precht ja nur in einem Nebenfach Philosophie und seine Dissertation schrieb er in den Literaturwissenschaften. Aber Philosophie ist zu breit, um es daran festzumachen. Es gibt Stimmen, die Franz Kafka als Philosophen sehen, während andere häufig auch eher Soziologen oder Philologen sind.

    Was Precht so ein wenig “Nicht-philosophisch” wirken lässt, ist dass er halt letztlich auch nur eine Meinung zu aktuellen gesellschaftlichen Themen hat. Das kann eine gute oder schlechte Meinung, aber ich habe noch nie gehört, dass er Welterklärungsversuche mittels einer etablierten Systematik wie von einem Kant oder Hegel oder Adorno zu erzeugen versucht; wie es beispielsweise Zizek zumindest manchmal tut. Das hat natürlich auch Gründe, weil er ja meinstens vor der Fernsehkamera sitzt und da nicht erstmal 1000 Seiten kritische Theorie im Vorwort auspacken kann, aber es wirkt am Ende für mich eher wie ein Typ der halt Meinungen hat als wie Philosophie. Vielleicht ist es in seinen Büchern auch etwas anders, habe sie nicht gelesen.









  • Die zitierte Aussage ist aber »ich distanziere mich von gar nichts« mit dem direkten Verweis auf das Massaker; und dieses ist Hamas-“Politik”, deswegen habe ich auch die Verbindung gezogen. Die Intifada-Aussage findet man auch in der Quelle, ist allerdings auch ein Welt-Bezahlartikel. Ich habe diese Rekontextualisierungs-Versuche solcher Terrorbegriffe aber auch schon woanders in der Szene gehört und ist wohl auch ihrer Gruppe, der LAG Palästinasolidarität, eine bekannte Taktik. Ich glaube einfach nicht, dass sie mit solchen Aktionen und Sprachgebrauch netto ihrer eigenen Sache dienen. Letztendlich werden sie mehr Menschen, die sich in dem Thema unsicher sind, verschrecken statt für die Solidarität zu gewinnen.