Sollten Sie selbst akut Hilfe benötigen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Beratung erhalten Sie unter der kostenlosen Rufnummer 0800-1110111 oder 0800-1110222. Weitere Hilfsangebote gibt es bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.
Statistik führt assistierte Suizide nicht einzeln auf
Das klingt für mich irgendwie dumm. Es sind doch zwei komplett unterschiedliche Dinge ob jemand sich suizidiert, weil die Person z.B. eine psychische Erkrankung hatte, die man evtl. mit besserer Versorgung besser hätte behandeln können (ich denke da auch z.B. an Suchterkrankungen, wo der Outcome auch durch Drogenpolitik beeinflusst werden kann), oder ob jemand sich für einen assistierten Suizid entscheidet, z.B. wegen einer chronischen Krankheit.
Prinzipiell sind beides Situationen wo eine Person sich aus freien Stücken dafür entscheidet zu sterben (was meiner Meinung nach auch erlaubt sein sollte), aber erstere sind Tode, die man zumindest teilweise durch bessere Politik reduzieren könnte.
Auch Ulrich Hegerl, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Depressionshilfe und Suizidprävention, glaubt, dass die assistierten Suizide die Zahl der Suizide insgesamt steigen lassen. Aber sie seien nicht alleine für den Anstieg verantwortlich. Sein Verdacht: “Dass eben für viele Menschen da eine Schwelle bestanden hat und es jetzt möglicherweise zu einer Art “Normalisierung” des Suizids kommt.” Eine Tabuisierung habe Menschen daran gehindert, sich das Leben zu nehmen, etwa “weil sie das der Familie nicht antun wollen”, vermutet er.
Bah das klingt halt auch einfach wieder furchtbar wertend. Vor allem stört mich die Implikation, dass das physische am Leben sein wichtiger wäre, als alles andere. So ist ja meist auch die Argumentation aus „solchen“ Ecken: man soll immer kämpfen. Aber warum? Wieso dürfen Menschen nicht einfach selbst über ihr Leben bestimmen? Warum bitte muss man dem Anspruch von anderen Menschen genügen?
Ja, eine steigende suizidzahl heißt vor allem eins: den Leuten geht es Scheiße und es wird nicht genügend getan um ihnen zu helfen.
Ihnen Steine in den Weg zu legen ist auf jeden Fall keine Hilfe.
Genau das ist das Problem: Leidensmüde Menschen werden in einer kritischen Lebensphase mit Stigmata belastet.
Der sowieso unerträgliche Spahn hatte auch da eine widerliche Rolle in dem Spiel, als er das Gesundheitsministerium leitete.




