

Das ist zu schwarz gemalt. Als ob in Deutschland über Demos nichts erreicht würde. Solche Posts sind kontraproduktiv, da sie unerfüllbare Erwartungen als Ziel präsentieren.
Man darf nicht glauben, dass ein Protest alles ändert. Gesellschaftliche Akzeptanz erreicht man nicht allein durch Barrikaden und Zerstörung. Die Atomkraftgegner haben Jahrzehnte gegen Castortransporte demonstriert. Fukushima hat dem Thema den Rest gegeben, aber ohne die konstanten Bemühungen der Bewegung hätten wir noch laufende Kernkraftwerke in Deutschland. Man kann das Ergebnis jetzt gut oder schlecht finden. Die Bewegung war erfolgreich. Und darum geht es hier. Gesellschaftliche Bedeutung erlangen. Das Thema zu Hause bemeckern lassen, ja. Es in Wahlprogramme schaffen, und vielleicht ein entscheidendes Thema für eine Wahl werden. Geduld.
Was die Atomkraftbewegung von FFF und AfD-Demos unterscheidet, ist die jahrzehntelange Ausdauer.
Castor war erfolgreich weil sie es von 1970 bis 2011 immer wieder in die Medien geschafft haben. Und ja, mit radikalen Mitteln. Aber radikal heißt nicht automatisch erfolgreich. (Klimakleber? RAF? NSU?) Die Castorproteste haben “die Politik” gar nicht ganz allein zum Umändern bewogen. Es gab eine Partei in Bundestag. Es gab dauerhafte Diskussionen um Endlager, Sicherheit, und Atomwaffen. Das Thema war einfach viel präsenter in der öffentlichen Debatte. Und dann kam Fukushima.
Es ist zu kurz gedacht, wenn man glaubt, dass ein paar brennende Mülltonnen was bewirken. Ändern bedarf Arbeit, nicht nur Wut.