• Ravi@feddit.org
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    26
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    2 days ago

    Mein Vorschlag: Jeder kommt in die gesetzliche Krankenkasse. Wer Geld verdient (egal woher) zahlt Beiträge darauf. Wer will kann Zusatzversicherungen buchen.

    • Mora@pawb.social
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      19
      ·
      2 days ago

      Wer will kann Zusatzversicherungen buchen.

      Ich finde, in einem vernünftigen Gesundheitssystem sollte es kaum Markt dafür geben. Auch so Sachen wie Hörgeräte, Brillen, Präventionsangebote und Zahnversorgung gehören für mich in die Grundversorgung. Klar, müssen das bei den physischen Sachen nicht das Topmodell sein - aber wer in irgendeinerweise Hilfe braucht, sollte sie bekommen.

      • kossa@feddit.org
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        1 day ago

        Ja, stimmt.

        Aber die Krankenkasse muss halt kein random Hugo Boss Brillengestell zahlen. Und auch kein Einzelzimmer im Krankenhaus. Ich finde das i.O., dass wenn die Kapazitäten da sind, Leute, die das wollen, sich sowas einkaufen (und dann eben auch versichern) können. Das ist schon OK.

        Sowas wie “wenn ich zahle, bekomme ich aber einen besseren Arzt” gehört aber bspw. auch weg.

      • Ravi@feddit.org
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        3
        ·
        1 day ago

        Gute Grundenstellung. Verstehe aber auch, wenn Leute dann noch etwas besonders absichern wollen. Z.b. was besonders für deinen Beruf ist (einfaches Beispiel Profisportler, die schneller fit werden wollen) oder wenn du Chefarztbehandlung oder Einzelbettzimmer im Krankenhaus haben willst. Braucht nicht jeder aber wer es will kann es ja dazu kaufen. Das Kernproblem ist ja eher die Zweiklassengesellschaft und das Gutverdiener nicht in die Gesetzliche einzahlen. Das wäre damit eliminiert.

  • lokalhorst@feddit.org
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    48
    ·
    2 days ago

    Wird ein komplizierter Prozess und der Bürger wird dabei sicherlich über den Tisch gezogen werden, dennoch muss das einfach angegangen werden. PKV/GKV ist eine der größten empfundenen Ungerechtigkeiten, die es in Deutschland gibt. Welche Partei das auch immer angeht, kann sich eines Wähleraufschwungs sicher sein.

    • smokeysnilas@feddit.org
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      21
      ·
      2 days ago

      empfundenen Ungerechtigkeiten

      Es ist eben in vielerlei Hinsicht nicht nur empfunden sondern auch eine tatsächliche Ungerechtigkeit.

  • Mora@pawb.social
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    24
    ·
    2 days ago

    Absolut, eine Neustrukturierung ist notwendig. Dabei auch gerne die Beitragsbemessungsgrenzen streichen. Wenn Politiker von ihrer eigenen Politik micht betroffen sind, wird sich nie etwas verbessern.

    • Toe@feddit.org
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      1
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      19 hours ago

      Wie kommst du darauf, dass Politiker mit Beitragsbemessungsgrenze (BBG nicht betroffen sind?

      Ich halte die BBG im gleichen Maß für sinnvoll. Über die Höhe kann man gerne streiten. Die Beiträge greifen nur auf Einkommen und begrenzt den Beitrag entsprechend der begrenzten Leistung. Mitglieder mit höherem Einkommen zahlen damit bereits höhere Preise für die gleiche Leistung. In einem eigenständig geführten Versicherungssystem (Unternehmen) muss das Verhältnis Beitrag zur angebotenen Leistung in einem Rahmen bleiben. Was für die Organisation einen Mindest-und Maximalbeitrag des Versicherten bedeutet. (Mindestbeitrag kann in Härtefällen auch eine andere Stelle übernehmen.)

      Wenn wir eine staatl. gesundheitliche Grundsicherung anstreben, sollten wir das darin enthaltene Solidaritätssystem komplett über Steuern finanzieren. Ein Ausbau der bereits bestehende Organisation der Beihilfe für Beamten, würde sich hierfür anbieten. Anstatt alle in eine GKV zu bringen, könnte man, in einem ersten Schriit, die Beihilfe (50%-70%) für alle anbieten. GKV und PKV könnten die Leistungen entsprechend reduzieren und Beiträge senken. Die Steuern für alle 7 Einkunfstseten würden hierfür wahrscheinlich steigen. Beim Kapitalerträge wären es dann ggf nicht pauschale 25%, sondern vielleicht 33%. Das wäre dann die unbürokratische Beteiligung anderer Einkünfte an den Krankenkassenbeiträgen. In einem zweiten Schritt müssten wahrscheinlich die Leistungskataloge bzw. Gebührenordnungrn als auch die Leistung der Beihilfe auf 100% angepasst werden. GKV und PKV müssten sich schrittweise auf Ergänzung- oder Luxusleistungen konzentrieren. (Die Beihilfestelle benötigt für die erweiterten Aufgaben sicher etwas mehr (Fach)-Personal. Viele gute Leute bei einer GKV oder PKV sollten als Angestellte im ÖfD einen Arbeitsplatz finden. )

      • Mora@pawb.social
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        1
        ·
        17 hours ago

        Ich glaube, da hast du mich missverstanden. Das sind zwei eigenständige Punkte:

        • Ich finde, die BBG sollte weg.
        • Politiker sollten von der Gesundheitspolitik, die sie beschließen, möglichst genauso betroffen sein wie die Bevölkerung. Ein großer Teil der Bundestagsabgeordneten ist privat versichert. Sie sind dadurch nicht unmittelbar von GKV-Beitrags- oder Leistungskürzungen betroffen – anders als gesetzlich Versicherte.

        Mitglieder mit höherem Einkommen zahlen heute zwar mehr Beiträge, aber eben nur bis zur BBG. Ich fände es solidarischer, wenn höhere Einkommen entsprechend stärker zur Finanzierung beitrügen.

        Wie genau das organisiert wird – über Steuern, eine Staats-GKV oder ein anderes Modell – ist mir relativ egal. Wichtig wäre mir, dass es verständlich und für alle zugänglich ist: Jeder sollte die medizinisch notwendige Versorgung bekommen, die er braucht, und die Grundabsicherung sollte die Kosten vollständig übernehmen. Aber ja, auch Kapitalerträge sollten dafür herangezogen werden.

    • DrunkenPirate@feddit.org
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      2
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      2 days ago

      Und bitte auch einen Selbstbehalt einführen mit entsprechender Betragsreduktion.

      Ist bei den meisten Versicherungen üblich und führt zu behutsameren Umgang.

      • bob_lemon@feddit.org
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        23 hours ago

        Bitte nicht.

        Das hab ich selbst in der Schweiz erlebt, das verhindert einfach nur, dass man zum Arzt geht. Anreize, Krankheiten zu verschleppen sind kontraproduktiv.

        • Muad'Dib@feddit.org
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          21 hours ago

          Also eins kann ich sicher sagen: Es verhindert definitiv nicht, dass die Menschen zum Arzt gehen. Die Paarung aus wachsender Gesellschaft und immer weniger Hausärzten führt eher dazu, dass immer mehr Menschen wegen Böbeli in die Spitäler auf die Notfallstationen gehen. Ausgerechnet den zweiteuersten Weg wählen, sofern sie selber kommen. Und das führt dazu, dass man in der Schweiz seit x-Jahren jährliche Erhöhungen der Krankenkassenprämie hinnehmen muss, seit Corona ausserdem sehr signifikant. Ich würde sogar sagen, dass es ab nächsten Jahr für viele im Haushaltsbudget richtig eng wird das noch bezahlen zu können. Und mit den KK-Prämien hat man nur den Zugang zum Gesundheitssystem erkauft. Wenn man dann zum Arzt muss bezahlt erstmal selbst bis die Franchise (Ja die Schweiz hat ein Franchisen-System) aufgebraucht ist, je nach gewählter Höhe geht das schnell oder nicht, kostet aber auch mehr in der KK-Prämie wenn man eine Tiefe wählt. Danach bleiben noch der Selbstbehalt bis dieser aufgebraucht ist und dann zahlt man immer noch 10% von jeder Rechnung selbst. Und ohne Zusatzversicherung bekommt man sowieso “nur” die Leistungen aus der Grundversicherung. Aber ich sags grad, auch die Zusatzversicherung muss man sich dann auch leisten und vor einem Selbstbehalt ist man auch da nicht sicher, je nach Zusatzversicherung. Und zum Thema Markt, in der “kleinen” Schweiz gibt meines Wissens mehr Krankenkassen als in Deutschland. Und es kommt ausserdem auch darauf an in welchem Kanton man wohnt.

          • DrunkenPirate@feddit.org
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            20 hours ago

            Wow, es geht noch bekloppter als in Deutschland? Ich bin verblüfft.

            Wie viele Prozent vom Lohn muss man denn ungefähr berappen für eine Krankenversicherung (normale Höhe)

            • Muad'Dib@feddit.org
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              14 hours ago

              Es ist vor allem mal teurer. Prozente ist schwer zu sagen. Kommt auf deinen Lohn an und in welchem Kanton du wohnst, bei welcher Versicherung welches Modell mit welcher Franchise. Gibt ja Telemedizin, Hausarzt, HMO, freie Arztwahl und noch zig Modelle irgendwo dazwischen. Also sehr komplex. Ausserdem muss man bedenken, dass die eigene Wohnsituation auch eine Rolle spielt. Bei den Mietpreisen. Also denke für Einzelpersonen und Familien mit mehr als einem Kind mit Medianlohn über alle Branchen bei 1.5 Verdienenden wird es ziemlich eng.

      • Mora@pawb.social
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        2 days ago

        Und bitte auch einen Selbstbehalt einführen mit entsprechender Betragsreduktion.

        Meinst du nicht, das könnte zu höheren Kosten führen? Gerade “Geringverdiener” werden doch dann einen hohen Selbstbehalt haben um laufende Kosten zu sparen - nur um dann zu wenig zum Arzt zu gehen und langfristig entstandene Schäden mit einem Selbstbehalt zu regeln. Mal ganz abgesehen davon, dass ich schon die Politik sehe, die Arbeitslose dann in die Holzklasse zwingt.

        Finde ich also eher nicht gut - Menschen sind eben keine Dinge, wo man eben Ausfall mit einkalkulieren sollte.

        • DrunkenPirate@feddit.org
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          2 days ago

          Mit den Kosten bin ich mir nicht so sicher. Momentan bezahlt jemand, der eine Extremsportart ausübt mit hohem Unfallrisiko genauso viel wie eine Yogalehrerin mit wenig Risiko und viel Gesundheitspflege.

          Um den Geringverdienern das Leben zu erleichtern, kann man ja gewisse Schwellen einbauen, ab wie viel Lohn das möglich wäre.

    • smokeysnilas@feddit.org
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      1 day ago

      Beitragsbemessungsgrenzen streichen

      Gerne, dann aber umgekehrt auch bei den Leistungen die Deckel streichen. Sowas wie Krankengeld, Kinderkrankengeld, selbstbeschaffte Haushaltshilfe, Elterngeld usw. soll dann bitteschön auch rein Einkommensabhängig sein ohne Deckel.

  • Flipper@feddit.org
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    2 days ago

    Das Problem ist nicht privat vs gesetzlich. Das Problem ist die Planwirtschaft der gesetzlichen Krankenkasse.

      • Flipper@feddit.org
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        22 hours ago

        Wir schreiben das Jahr 1992. Die Ausgaben der Krankenkassen steigen. Die Politik findet das doof und entschließt sich etwas dagegen zu unternehmen um stabile Beitragssätze zu gewährleisten. Es wird das Gesundheitsstrukturgesetzt erlassen. Da waren sinnvolle Dinge drin, wie die freie Krankenkassenwahl, aber eben auch Dinge die problematisch sind, wie die Deckelung von Kassenarztsitzen pro Region. Sogenannte Bedarfsplanung. Warum ist letzteres pproblematisch? Wenn ein neuer Arzt sich Niederlassen in seiner Region muss er nun effektiv die Kassenzulassung von einem bisherigen Arzt abkaufen. Das sind dann ganz hübsche Sümmchen. Aber darum geht es hier nun nicht, sondern um die Budgetierung der Leistungsausgaben und der Arzneimittel.

        Ärztliche Leistungen werden in Punkten abgerechnet. In einem Dokument, dem EBM, steht drinnen was ein Arzt mit der GKV abrechnen darf und wie viele Punkte diese Leistung wert ist. Einem Punkt werden dann ein spezifischer Eurowert zugeordnet, der Punktwert. Durch ein bestimmtes Verfahren der Bedarfsplanung bekommt jetzt ein Arzt ein Geldvolumen das er abrechnen kann. Kommt er über das Volumen verlieren die Punkte an Geldwert. Bishin das ein Punkt nur noch 25% des ursprünglichen Wertes hat. Heißt wenn ein Arzt mehrarbeitet, arbeitet er irgendwann einfach umsonst. Stell dir vor, du machst Überstunden und bekommst statt 200%(Privatpatienten) deines Gehaltes nur 75%, weil die Bedarfsplanung deiner Abteilung sagt, es ist kein Bedarf da.

        Ein Kassenarzt hat vetraglich zugesichert, das 25 Stunden die Woche Sprechzeiten für Kassenpatienten vorhanden sind. Was mit den restlichen 15 Stunden passiert ist der GKV egal. Außerdem werden privatärztliche Leistungen über die GOÄ abgerechnet und nicht über die EBM. Erstere ist im allgemeinen höher. In der restlichen Zeit behandelt der Arzt nun also einfach Privatleistungen. Er wird besser vergütet und läuft nicht Gefahr nicht mehr bezahlt zu werden. Deswegen bekommen Privatpatienten schneller einen Platz als GKV Patienten. Ich arbeite auch nicht umsonst.

        Bestimmte Leistungen sind aber tatsächlich außerhalb dieses Regelbedarfs zum Beispiel Hausarztleistungen seit 2025. Außerdem zB. diverse Vorsorge Untersuchungen. Wobei für letzteres kann man fast in Vergangenheitsform sprechen. Mit dem neuen Gesetzt wird das ab 27 auch ins Budget gepackt.

        Fassen wir zusammen. Die Krankenkassen planen wie viel abgerechnet werden darf. Das passt halt einfach nicht. Die Ärzte behandeln stattdessen einfach Privatpatienten. Und deswegen ist das Hauptproblem nicht privat vs gesetzlich sondern die Planung der Krankenkasse.

        • plyth@feddit.org
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          22 hours ago

          Danke.

          Die Planwirtschaft ist zwingend, wenn die Kassenbeiträge nicht steigen sollen und an anderen Anforderungen festgehalten wird. Natürlich ist das ein grosser Fehler.

          Das große Problem ist, dass wir uns anscheinend amerikanischen Verhältnissen annähern sollen und alles privatisiert wird.

          Die Krankenkassen müssten belohnt werden, wenn ihre Kunden schnell gesund werden statt bestraft, wenn ihre Kunden zum Arzt gehen.